spürbarTheater

Die Ermüdeten oder Das Etwas, das wir sind

von Bernhard Studlar

 

Aufführungen am
Fr 10. +  Sa 11. um 20 Uhr           –             So 12.11.17 um 18 Uhr
Sa 18.                um 20 Uhr            –             So 19.11.17 um 18 Uhr

 

Die Grundsituation: Eine Party in einer lauen Sommernacht irgendwo auf einer dieser schicken Dachterrassen in der Stadt. Die Vorbereitungen laufen beim Gastgeber und bei den eingeladenen Gästen, nicht jung, nicht alt, der Mittelschicht zugehörig. Einige leben ‚vorübergehend’ in prekären Verhältnissen, andere feilen an ihren Karrieren oder an ihrem Ausstieg. Es gibt, was es so in dieser Altersgruppe landläufig gibt: Eltern, Paare, Singles, Heteros und Homos. Alle leben ihre Leben so, wie man eben gerade so lebt: traumlos, bodenständig, irgendwie funktionstüchtig. Ihre Gespräche umkreisen bekanntes Terrain. Ein scheinbar endloses Gerede permanenter Selbstfindung und Selbstinszenierung, man unterhält sich über Biobier, urban gardening, Kunst und Nichtrauchen, ohne sich wirklich näher zu kommen. Sie sind die Kinder der Kriegskinder, die Kinder der Hippies und verspießten Kleinbürger. Als Null Bock, als Generation Golf gebrandmarkt, sind sie jetzt in der Mitte des Lebens angekommen. In ihrer schönen neuen Biowelt stricken sie an ihren Leben, pflegen trotz der richtigen Investmentfonds linksliberale Positionen und verlieren sich in ihrem ‚Wohlstandsreservat’. Über die Dächer hat sich ein Lebensmüder eingeschlichen, er bringt nicht nur den Gastgeber mit seiner eigenen Waffe aus dem Konzept, sondern auch die Gäste, denen er mit unerwarteter Klarheit begegnet. Und am Ende noch ein Erinnerungsfoto? Oder doch ein Sturz aus der 8. Etage?

Dem Österreicher Bernhard Studlar ist eine heiter-komische, eine melancholisch-kritische Bestandsaufnahme eines schütteren Lebensgefühls gelungen: für immer jung, schon steinalt. 2015 in Leipzig uraufgeführt, beim Mülheimer Dramatikerpreis „als wahre Perle“ (Dietmar Zimmermann, WAZ) entdeckt widmet sich jetzt das spürbarTheater unter der Regie von Barbara Portsteffen dem Text.
Mit Studlar wird damit ein Autor in Aachen eingeführt, der zu einigen Hoffnungen Anlass gibt.

Eintritt: ermäßigt 7,- € / Erwachsene 12,- €